Alte Technik - Informations- und Galerieseiten

Technik in der Malerei: Monet, Pissarro, Menzel u.a.

 

  • Artikel, Bilder und Informationen

    Wir bekommen im Laufe der Zeit eine Menge alte Technik in die Hand, setzen uns damit auseinander und machen viele Bilder. Die auf diesem Wege gesammelten Informationen über historische Technik und technische Antiquitäten möchten wir unseren Kunden gern zur Verfügung stellen. Mit der Zeit werden wir diese Dokumentation immer weiter ergänzen und Ihnen immer mehr Artikel, Informationen und Bilder zu alter Technik zur Verfügung stellen.

    Einen kurzen Überblick über den Gegenstand dieser Seiten und die gebräuchlichen Begriffe für alte Dinge finden Sie hier.

  • Siemens Fernschrieber 37hSiemens Blattschreiber

    Die ersten Schritte zu
    vernetzten Kommunikation.
    Das Telex-Netz
      

    Aufbau und Funktion des Fernschreibers...mehr

  • Weitere Bilder finden Sie auch auf flickr.com

    Der Wert alter Technik (Nostalgie?)

    Das Schöne an alter Technik ist, dass sich ihre Funktion meist noch mit Auge und Hand ergründen lässt. Viele Funktionen, die sich heute auf dem Chip eines Mikrocontrollers oder Prozessors befinden, wurden mit Zahnrädern, Hebeln, Wellen und Federn realisiert. Es ist aber nicht nur diese Nachvollziehbarkeit der Funktion der Mechanik, die sie interessant macht, es sind auch geniale Funktionsprinzipien, die sich heute nur mit viel Elektronik realisieren lassen.

    Eines der wichtigsten Maschinenelemente: Das Zahnrad

    Das Zahnrad ist mittlerweile ein Maschinenelement, dass zwar nicht aussterben wird, aber doch aus vielen Anwendungsbereichen verdrängt wird. Das Zahnrad ist eines der wichtigsten Maschinenelemente. Die ersten Holzzahnräder kennt man schon aus dem alten Ägypten. Das Zahnrad kann Kraft und/oder Information übertragen. Alte Rechenmaschinen und Registrierkassen verarbeiten Informationen mittels durch Kraft bewegten Zahnrädern. Mit der Industrialisierung begann die große Zeit der Feinmechanik, durch die wichtige Aufgaben in der Informationsverarbeitung, der Mathematik und der Maschinensteuerung realisiert werden konnten. Das Ende dieser Zeit näherte sich mit der Erfindung der Quarzuhr und des Taschenrechners. Aber auch für die Kraftübertragung und Drehmomentwandlung (Getriebe) verlieren die Zahnräder an Bedeutung. Das hängt mit der steten Weiterentwicklung der Elektromotoren zusammen. Diese werden immer leistungsfähiger, kleiner und kostengünstiger. Da moderne Elektromotoren über weite Drehzahlenbereiche ein hohes Drehmoment liefern können, sind Getriebe zuweilen überflüssig oder können zumindest deutlich einfacher ausgelegt werden. Kleine und günstige Elektromotoren machen die Kraftübertagung innerhalb von Maschinen mittels Wellen, Zahnrädern und Kupplungen unnötig, indem man statt einem Motor einfach mehrere einsetzt (der Siemens Fernschreiber T 37h z.B., der nur von einem großen Motor angetrieben wird, hätte heute vermutlich fünf kleine Elektromotoren und würde dadurch nur die Hälfte wiegen und auch nur die Hälfte kosten).

    Würde heute noch jemand das Differentialgetriebe erfinden?

    Mit viel Glück vielleicht. Der erste Ansatz für die Lösung des Problems ginge aber bestimmt in die falsche Richtung. Das Differentialgetriebe regelt z.B. in unseren Autos, dass bei Kurvenfahrten - bei denen sich die Räder auf einer Achse unterschiedlich schnell drehen müssen - auf beide dieser Räder das gleiche Drehmoment übertragen wird. Heutzutage wäre wohl der erste Denkansatz, die Drehzahl und das Drehmoment der Räder zu messen sowie den Lenkeinschlag, um den Kurvenradius zu bestimmen, und diese Informationen an einen Mikroprozessor weiterzuleiten, der daraus die richtigen Stellgrößen berechnet, sie weiterleitet und so weiter. Das Differential benötigt für die Lösung dieses Problems nur drei/vier Zahnräder, keine Messungen, keine Elektronik und keine Umsetzung der Ergebnisse von Berechnungen. Um auf diese simple, aber geniale Lösung zu kommen, brauchte man heute mehr als Glück.

    Alte Technik und ihr Wert

    Leonardo da Vinci hat das Differentialgetriebe erfunden, aber nicht als erster. In der Antike gab es auch schon Differentialgetriebe (Mechanismus oder "Computer" von Antikythera) für astronomische Berechnungen, die aber in Vergessenheit gerieten. Welchen Wert diese Erfindung für die Entwicklung des Automobils bis heute hat, weiß jeder, der mal ohne Differential durch eine Kurve gefahren ist (sei es als Kind auf dem Gokart oder mit einem Geländewagen bei eingeschalteten Differentialsperren). Das Wissen aus der Antike, das in dem Mechanismus von Antikythera steckte, wurde vergessen, und auch das Differentialgetriebe musste neu erfunden werden. Dass Fortschritt allein die stete Zunahme von Wissen ist, ist ein Irrglaube. Fortschritt ist oft nur ein Wandel beim Einsatz zur Verfügung stehender Kenntnisse, bei dem auch Wissen verloren geht. Das Bewahren von Wissen macht Sinn. Nicht nur in der Technik. In der Landwirtschaft und Medizin z.B. wird heute verstärkt auf "altes" Wissen zurückgegriffen, und das nicht nur von Leuten, die nach alternativen Lebensformen suchen, sondern auch von der Agrar- und Pharmaindustrie.

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    Antiker SchwerkraftwagenHerons Wagen

    'Programmierbarer' Automat -
    durch Schwerkraft angetrieben. Nach Heron von Alexandria.

       

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